NDR (Rg.)
Vertell doch mal! As'n Droom

„As 'n Droom“ – das war das Motto des diesjährigen Schreibwettbewerbs „Vertell doch mal“, den der NDR nunmehr zum 31. Mal mit Radio Bremen, der PNE Wind AG und dem Ohnsorg-Theater veranstaltet hatte. Mehr als 1000 Geschichten wurden als Bewerbung eingeschickt, 26 davon wählten die NDR-Juroren aus, um als beste Texte in einer Buchveröffentlichung abgedruckt zu werden.

Eine weitere Ehren-Fach-Jury hat sich diese 26 Geschichten noch einmal genauer angesehen, traurige und lustige, ungewöhnliche und spannende. Fünf Finalgeschichten und die Siegergeschichte der Kategorie „Ünner 18 - Unter 18“ haben schließlich bei der Abschlussgala eine Bühne im Ohnsorg-Theater gefunden - vorgetragen von Größen des Niederdeutschen Schauspiels: Edda Loges, Sandra Keck, Manfred Bettinger, Robert Eder und Marco Reimers liehen den Autoren ihre Stimme und trugen die Erzählungen einem aufmerksamen Publikum vor. Ulrike Stern von der Universität Greifswald präsentierte die Geschichte aus der Jugendkategorie.

Der erste Platz des diesjährigen Schreibwettberwerbs geht an Karl-Peter Kööp aus Husum in Schleswig-Holstein mit seiner Erzählung „Sunst nix“. Es ist eine Premiere: Der ehemalige Dozent an einer Wirtschaftsakademie hat zum ersten Mal teilgenommen - und kommt dank seiner Siegergeschichte zum ersten Mal in das „Vertell doch mal“-Buch, in dem jährlich die besten Geschichten des Wettbewerbs veröffentlicht werden. Die Erzählung über einen Traum des Autors, der darin seinem verstorbenen Vater die moderne Welt erklärt, hat die Jury überzeugt - auch wegen der überraschenden Schlusspointe. „Mein Vater hat mich beeindruckt, er hat mir jeden Abend Geschichten erzählt“, sagt Kööp. Mit ihm wollte er die Veränderungen der Welt teilen, die ihn selbst oft verwundern: „Es verändert sich so viel, aber die Leute schlagen sich immer noch die Köpfe ein.“

Der Autor ist in der niederdeutschen Welt aber kein Unbekannter: Kööp veröffentlichte bereits in der „Regionalsprachlichen Beilage“ der Husumer Nachrichten oder in „Der Landtag“, verfasste das Gedicht „Schobüll-Haff“ und übersetzte zum Beispiel Liedtexte von Leonard Cohen und Heinrich Heine ins Plattdeutsche.

Herbert und Holger Wittschen, Vater und Sohn aus Weyhe in Niedersachsen, belegen den zweiten Platz mit „Reis hen na de Steerns“ - einer tragischen Geschichte über ein Mädchen, das als Bootsflüchtling über die weiten Meere flieht. Platz drei geht an Autorin Grieta Bottin aus Großheide in Ostfriesland für „Levensglück“. Die Erzählung behandelt die aufopferungsvolle Pflege eines Partners, geschickt verwoben in ein Verwirrspiel des menschlichen Urteilsvermögens. Bruno Mösch aus Verden in Niedersachsen bekommt den Preis für Platz vier – „Wenn Herr Müller anröppt ...“ illustriert auf eine amüsante Art und Weise das Chaos, das wirre Träume anrichten können. Platz fünf geht an „Pfingstsünndag“ und Autor Harald Maack aus Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen über sorgsam gehütete Geheimnisse in der Familie. Damit findet zum dritten Mal eine Geschichte des Schauspielers ihren Weg ins Buch.

Mit dem „Ü 18“-Preis würdigt der NDR junge plattdeutsche Autoren. Henrikje Anneken Raßmuß aus Jamel in Mecklenburg-Vorpommern ist zarte 14 Jahre alt und hat die Jury mit ihrem Beitrag „Ein Alpdroom“ begeistert.

Fester Einband

11,5 x 17,5 cm

ISBN 978-3-89876-960-0

Husum: Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 2019, 139 S.

ISBN: 9783898769600
Kategorie: Böker

Bestellnummer: BO HUS 4077
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