Pötter, Otto
Notizen von Fietsen un Miezen
Un süss so wat up Platt

En Liäseproov:

Gnotschis

Se sitt lange all in’ Altenheim, miene Tante Mia. Se is all üöwer 90. Is se auk in’ Kopp män noch guet terechte, so maaket iähr män doch de Knuoken Last. „Aower ick sin jä hier auk nich, üm to danzen“, sagg se mi lessens noch, winkte aff un spröök so mehr för sick „de Tieten bünd längst vörbi.“ Dann meinde se: „Ansüss kann ick aower nich klagen. Man mott et män immer so niähmen es et kümp.“ Ja, Quengeln un Nörgeln döt se nich, doch is se froh, wenn es eener kümp.

Aff un an gaoh ick iähr besööken. Schön Platt küern doo wi dann. Dat muntert up. Nich dat ansüss nich eener kümp. Een Süöhn kümmert sick guet üm iähr. Män de kann dao nu auk nich alle Dage sitten un iähr de Tiet verküeren. Et giff jä auk noch anners wat äs Altenheime. De annere Süöhn is in Amerika. Kiek. Un de kann nu erst recht nich, van wiägen de Visiten, allmänto in de Weltgeschicht harümfleigen. Immerhin dai he eenmaol de Wiäk bi iähr anroopen. „Junge, de is fix, dat sägg ick di“, häff se Spass an em. Üöwer de Fierdage wör he noch bi iähr west. Nu wör he längst all wier giennen. Tjä, wu doch de Tiet vergeiht.

„Dao wören wi alle bi use Erich inhuuse. As ick dann wier trügge moss, wör dat män doch ’n heel Ge-doo met miene aollen Knuoken. Eher dat ick, uut’ Auto gequiält, met ’n Krückstock wier in mien Zimmer was, wör he met dat Flugzeug all baoll wier in Amerika. Ick sägg di, dat et ’ne verrückte Welt wuorden is. Dao mäcks wat mit up de aollen Dage.“

Ansüss aower woll se nich klagen. Ick kiek an de Wand – un dao häng düssen Spruch:

Was die Seele im Alter braucht

Sie braucht einen Platz,auf dem sie steht.
Sie braucht einen Freund, der mit ihr geht.
Sie braucht etwas Schönes, das empor sie hebt.
Sie braucht die Freude, solange sie lebt.
Sie braucht ein Tun, das sie täglich erfreut.
Sie braucht Stille,Sinn und Beharrlichkeit.
Sie braucht Orientierung, für Gott bereit –
zum Lauschen und Ahnen der Ewigkeit.

Ja, et göng iähr sowiet ganz guet dao in dat Aollenheim. Is dat ’n Wunner bi dat Sprüchsken? Auk kreeg se den Dag wuohl guet harüm, solange de Kopp män noch so effen mitmöök. Mi woll se et wuohl säggen: „Ick sett mi immer vörmiddags un naomeddags ’n Stündken hen un doo schön in Ruhe biäden. Hier häb ick dao jä Tiet genoog för. Un dat sägg ick di: Je öller du wiärs, je mehr häs to Biäden.“ Is dat nich schön säggt?

Ick dacht: De Frau is met sick in’ Reinen. Wat will ’n Mensk in’ hauhge Öller noch mehr?
Bliff noch dat Iätten. „Auk dao kann ’m eenlicks nix van säggen“, meinde de guede Frau. „män so es inhuuse is et auk wier nich. Ick möch giän mehr es an lecker Dörgemöös, maol Suuermoos orre Fietsebauhnen (Sauerkraut oder im Salzfass eingelegte Schnippelbohnen). Auk so ’n leckeren Bookweetenpannkooken dai es guet. Män nä, daoför häbt se et in de Küöken mehr so met niemodske Künste hier.“ Se wünk aff. „Nu ja. Wat wiss maaken. Wi krieget hier immer glieks för de ganze Wiäke ’ne Speisenkarte. Un dann moss män ankrüüzen, wat du häm’n wiss. Dat is gar nich so eenfach. Dao mäcks dann dien Krüüzken ächter Gnotschis orre süss so wunnerlick Werks un dann weeß naoher gar nich, wat du so up ’n Teller häs. Dao moss di män eenfach stump so döriätten. Nu ja, ick bin de noch nich bi van’ Stohl fallen.“

Kiek, so is mien Täntken.

Un ick denk: Du kanns van iähr wat lernen. Wat auk is, laot den Kopp nich hangen. Un laup nich vör Fraogen weg, mit de di eenes Dages sowieso befassen moss. Denn et giff immer Fraogen, dao draffs nich bange vör sien. Doch dann wieset sick:
Rechte Antwuorten up unbequeme Fraogen, de maaket wies –
Aoltwiär’n alleen aower, dat mäck bloß gries...


Fast inbunnen.

Mit Biller von Markus Pötter.

12,5 x 18,7 cm

ISBN 978-3-402-12861-9

Mönster: Aschendorff 2010, 160 S.

ISBN: 9783402128619
Kategorie: Böker

Bestellnummer: BO ASC 2065
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Dat köst Woveel wullt Du?
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