Reershemius, Gertrud
Die Sprache der Auricher Juden
Zur Rekonstruktion westjiddischer Sprachreste in Ostfriesland

Westjiddisch, die gesprochene Sprache der traditionellen j├╝dischen Gesellschaft in Westeuropa, wurde seit dem Ende des 18. Jahrhunderts von ihren Sprechern zugunsten der dominanten Standardsprachen Deutsch und Niederl├Ąndisch aufgegeben. Reste der Variet├Ąt, die bis ins 20. Jahrhundert hinein verwendet wurden, sind f├╝r die s├╝dwestlichen Randgebiete des deutschen Sprachraums sowie f├╝r Teile der Niederlande und Westfalens belegt. Aktuelle Quellenfunde zeigen nun, dass auch die ostfriesischen Juden bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Reste des Westjiddischen zur Kommunikation untereinander verwendet haben. Laientheaterst├╝cke, Memoiren und Wortlisten aus einem nieders├Ąchsischen Privatarchiv belegen, dass in der ostfriesischen Kleinstadt Aurich um 1900 eine westjiddische Mischmundart in Gebrauch war, die deutliche Spuren von Sprachkontakt mit der in der Region dominanten gesprochenen Sprache Niederdeutsch aufweist. Die Monographie dokumentiert die Auricher Quellenfunde vor dem Hintergrund der spezifischen historischen und sozialen Gegebenheiten einer j├╝dischen Landgemeinde in Norddeutschland. Die sprachliche Untersuchung der Quellen analysiert westjiddisch - niederdeutsche Sprachkontaktph├Ąnomene sowie Sprachver├Ąnderungsprozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Funktion die Variet├Ąt in der Alltagskommunikation der Auricher Juden hatte, nachdem sie als dominante gesprochene Sprache vom Niederdeutschen und Standarddeutschen abgel├Âst worden war. (Verlagstext)

24 ├Ś 17 cm

Gebunden

ISBN 3-447-05617-7
ISBN 978-3-447-05617-5

Wiesbaden: Harrassowitz 2007, 248 S.

ISBN: 9783447056175
Kategorie: 1

Bestellnummer: BO HAZ 2197
Die Sprache der Auricher Juden
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