Prüß, Rainer
Plattdeutsches Buch des Jahres 2013: Beten watt in swatt un witt vun Neihmaschien und Fensterkitt
Riemels von Musik, Technik, Kultur, Urlaub, Dummtüüch und Kinnerkram

Düt Book is nich unbedingt wat för Lüüd, de den Kitt ut de Finstern freet oder de sik Maschinen in'n Buuk neiht, nee: Dat is wat för den ganz normalen Mallbüdel as Du un Ik, de girn allerhand utprobeert un dor denn över filosofeert. (Plattschapp)

Als „Plattdeutsches Buch 2013“ wird das Werk eines vielseitig tätigen Künstlers ausgezeichnet: Rainer Prüß hat einen selbst illustrierten Gedichtband vorgelegt, dessen Gesamtkonzept die Jury überzeugte. Das Buch besticht durch ein klares Layout: In Schwarz-Weiß gehalten und flächig gearbeitet, entwickeln die Illustrationen eine starke Ausdruckskraft. Durch den bewusst reduzierten Einsatz von Farbe setzt Prüß den stärksten möglichen Kontrast ein. Von jedem Gedicht greift er ein Element heraus und setzt es ins Bild: Weiß auf Schwarz oder Schwarz auf Weiß mit deutlichen Linien. Die Illustrationen eröffnen dem Betrachter zusätzliche Zugänge zum Text.

Rainer Prüß greift Themen auf, die sein eigenes Leben beeinflussen. Für den Musiker haben Töne und Instrumente einen hohen Stellenwert: Jedes Instrument hat seinen eigenen Charakter, den der Autor durch seine Verse zum Klingen bringt. Auch auf die Technik richtet Prüß seinen Blick: So darf nicht nur das Cello seinen picobello Klang ertönen lassen, auch der Mixer kommt zum Einsatz – obwohl dieser von Natur aus alles nur durcheinander bringt. Der Autor, aufgewachsen in Dithmarschen, inzwischen wohnhaft in Flensburg, bleibt mit seinen Gedichten nicht in Norddeutschland; vielmehr begibt er sich auf Reisen. Gerade in diesem Abschnitt dürfte manch ein Leser überrascht feststellen, dass die dargebotene Sicht auf die Welt häufig nicht weit entfernt ist von seinen eigenen Einschätzungen. Mit seinen originellen Texten legt es der Autor darauf an, seine Leser zu verblüffen. Mit seinen überraschenden und nicht selten humorvollen Wendungen bewegt er sich fern von Altbekanntem oder gängigen Klischees. An lyrische Formregeln hält sich Prüß dabei nur bedingt: Hier ist wieder der Musiker am Werk, der die Wörter tanzen lässt. Dieser spielerische Zug verleiht seinen Gedichten eine ungewöhnliche Leichtigkeit und einen ganz individuellen Charme.

Die Carl-Toepfer-Stiftung und das Institut für niederdeutsche Sprache loben den mit 2.000 Euro dotierten Preis seit 2005 aus; prämiert werden sowohl handwerklich als auch gestalterisch hervor-ragend gemachte Bücher. In diesem Jahr entschied sich die Jury einstimmig für das Werk von Rainer Prüß, das durch seine bildliche wie textliche Eigenständigkeit und als gelungenes Gesamtkunstwerk überzeugt.
(INS-Presse)

Flensborg: Sübstverlag Rainer Prüß 2013, 111 S.

ISBN: 9783943582055
Kategorie: Böker

Bestellnummer: BO PRÜ 2683
Plattdeutsches Buch des Jahres 2013: Beten watt in swatt un witt vun Neihmaschien und Fensterkitt
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