Muul op / Herzog, Kurt / Jahncke, Folli
Mi doch schietegoal

"Mi doch schietegoal" heet dat Wark. Un ok de Titel vun dat eerste Leed op de CD. Hebbt se schreven bi en Maandaagsproov, bi en Buddel Kellerbeer. „Du, dat is super", sä Kurt to Folli, de mal wedder op sein Gitarr rümdaddeln dee. Dor seggt Folli mit sein Koddersnuut: "Mi doch schietegoal…". Un dat weer al de Refrain - besinnt sik Kurt Herzog. Trotzdem is dat keen Maandaagsleed worn ;-)

Een Week later stünn de Text. Wo dat üm geiht? De beiden Grappenköpp laat sik jedenfalls nich vun quesige Naverslüüd, Pokemonjagd oder Smartphone-Dullerie beindrucken. Dorto passt ok de Sluss: Mit dat Leed „Fofftein“ geevt se de Welt en Teken, datt dat goot doon dee, wenn en öfters mal Pausen inleggen dee un dat küselige Leven mal wat suutjer angahn lett. "Entschleunigen", as een hüüt so seggt.

Dazwischen singen und spielen sie sich sehr abwechslungsreich durch depressive Abgründe, Alltag, Liebeswahn und politischen Mumpitz. Da retten die „Beutower Tuppertanten“ mal schnell die Welt, bzw. lösen Alltagsprobleme als SSE – Schnelle soziale Eingreiftruppe – unbürokratisch und wenn´s geht unblutig. „Immer mit Bezug zum Wendland, basteln mit Phantasie, nicht so bierernst, mit sich selbst auf der Schippe“, grient Folli.

Aber sie können auch anders, geradezu scharfzüngig kommt das Lied „Nix mehr auf Pump“ daher. Und in „Wienach in Dütschland“ lassen sie dann sülzige deutsche Weihnachtsrituale recht ruppig auf die rauhe Realität prallen.

Das umfangreiche Begleitheft ermöglicht auch Nicht-Plattlern alles mit- und nachzulesen, inklusive Übersetzung, Hintergründen und Bildern. Da steckt Mühe drin, eine Herzensangelegenheit eben.

Erstaunlich vielseitig kommt die Musik aus der Anlage: „Bei 3 Liedern helfen uns Gäste: Irmela Baumert mit ihrer Geige und Muckel Rathje mit seiner unnachahmlichen Bluesgitarre. Aber hauptsächlich liegt das an Folli, unserem Multitalent“ anerkennt Kurt die vielen Instrumenten-Fähigkeiten des Ex-Madsen-Musikprofis. Und auch eine alte Freundschaft gibt es noch. Sebastian Madsen hat das Endmastern übernommen. „Da sitzt dann zum Schluss alles. Aber ohne Christian Lammers hätten wir das nicht hingekriegt. Wie der in unzähligen Stunden und Nachtschichten Böcke ausgebügelt, Stimmen dazu gesungen und letztlich Mischungen kreiert hat...“.

Das merkt man beim Hören an einer überraschenden Nummer ganz besonders: „Platt mutt dat mutt“. Ein Dada-Stück, das mit unterlegtem Beat an Indianer-Tänze erinnert. „Da haben wir uns mal was getraut und ein Video dazu drängt sich geradezu auf.“ So wie viele andere Ideen auch noch. Man darf gespannt sein.

Die Paarung "MUUL OP" ist eine ganz besondere: Ein ehemaliger Rockstar - Folli Jahnke, Ex-Keyboarder von Madsen, trifft auf Kurt Herzog, singender Kreistags-Politiker und ehemaliges Mitglied des Niedersächsischen Landtages für die LINKE.

(Info-Quelle: wendland-net.de)

Dannenbarg: Muul op! 2016

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Kategorie: CDs

Bestellnummer: CD HZO 3491
Mi doch schietegoal
Dat köst Woveel wullt Du?
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