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Im Jahr 1988 erschien das „Plattdeutsche Wörterbuch. Kurkölnisches Sauerland“ von Dr. Reinhard Pilkmann-Pohl aus Münster und fand schnell sein Publikum, so dass es nach nicht langer Zeit vergriffen war. Immer wieder wurden im Sauerland Stimmen laut, dass diese wertvolle Arbeit wieder einem größeren Lesepublikum zugänglich gemacht werden müsste, gerade vor dem Hintergund, dass es sich beim Sauerländer Platt um ein gefährdetes und vom Vergessen bedrohtes Kulturgut handelt. Sechs lange Jahre nahm die vom Sauerländer Heimatbund und von Dr. Werner Beckmann vom Sauerländer Mundartchiv in Cobbenrode getragene intensive Arbeit an der Neuauflage in Anspruch. Der seinerzeit von Pilkmann-Pohl bearbeitete Korpus der ursprünglichen Veröffentlichung verblieb dabei unangetastet, denn die bereits mit enormem Aufwand geleistete Arbeit mündete in eine volkskundliche Dokumentation des Sauerländer Platt, die dem wachsenden Interesse sowie der Notwendigkeit des Bewahrens eines bedrohten Kulturschatzes mehr als Genüge geleistet hat. Dennoch war sich der Sauerländer Heimatbund bewusst, dass die Sicherung weiteren Wissens angeraten war. Dr. Werner Beckmann führte die Erkenntnisse zahlreicher ehrenamtlicher Beiträger aus dem ganzen Sauerland zusammen, so dass bislang noch nicht berücksichtigte Wörter, unregelmäßige Formen und Kontraktionsformen mit aufgenommen wurden. Eine zeitintensive Mammutaufgabe, die nun im August 2019 im WOLL-Verlag erschienen ist und die Wissensbestände zum Sauerländer Platt nicht allein aktualisiert und sichert, sondern jedem Interessierten den Zugang zur faszinierenden Welt der Sauerländer Kultur eröffnet. Kein Wunder, dass sich die Beteiligen wünschen, „dat ne Menge Luie nen Daler över hätt, ümme dat Bäuksken te kaupen und dat se domet Ingang findet in den suerländske Literatur.“

Dr. Werner Beckmann ist das, was man im Sauerland als „Buiterling“ bezeichnet: ein Zugezogener, einer von auswärts. Doch weiß der im Februar 1951 in Bochum geborene Beckmann Sauerländer Platt zu kuiern, als habe seine Wiege einst im schönen Hochsauerland oder in einem der anderen idyllischen Winkel des Sauerlands gestanden. Dabei hat es ihn lange im Ruhrgebiet gehalten, zunächst in seinem Heimatort Bochum-Langendreer, ehe ihn seine Wege für das Nachholen des Abiturs mit 27 Jahren des öfteren nach Essen führten, ehe er ab 1981 an der Universität Bochum Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, Altgermanistik und Latein studierte und es darin zum Magister brachte. Mit demselben Fächerkanon ging es dann ins Westfälische nach Münster, wo Beckmann seine Studienzeit mit dem Doktorexamen abschloss. Alsbald lockte den Sprachwissenschaftler, der auch den plattdeutschen Dialekt Langendreers beherrscht, der den sauerländischen Mundarten verwandt ist, das Land der tausend Berge. Dort war er für das Projekt „Mundarten im Sauerland“ verantwortlich, das 2001 abgeschlossen und seit 2002 mit dem „Mundartarchiv Sauerland“ im historischen Stertschultenhof in Cobbenroder im Esloher Sauerland fortgesetzt wird. Dr. Werner Beckmann ist eines der prägenden Gesichter des Bemühens um das Bewahren des Kulturguts „Sauerländer Platt“.

Format: 24 x 33 cm, fester Einband

ISBN 978-3-94368199-4

Schmallenberg: Woll-Verlag 2019, 592 S.

Kategorie: Böker
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